In welchem Land Europas sind die Steuern weltweit am niedrigsten? Stand Dezember 2015

Die Einkommenssteuersätze waren schon immer ein heißes Eisen, mit einem Blick auf den aktuellen Einkommenssteuersatz lässt sich leicht feststellen, wieviel Prozent die Regierung von der eigenen Arbeit für sich beansprucht.

Kleine Geschichte der Einkommenssteuer in Deutschland

Einkommenssteuern

Dabei hat die Einkommenssteuer noch keine allzu lange Geschichte in Deutschland. Zwar ist der Zehnte, der an Kirchen oder an einen Monarchen gezahlt wurde, durchaus mit der Einkommenssteuer zu vergleichen. Doch die erste Einkommenssteuer der Geschichte wurde 1799 in England eingeführt, der berühmte preußische Reformer Freiherr von Stein führte sie 1808 dann auch in Preußen ein, markanter Weise um Kriege finanzieren zu können. Langsam übernahmen auch die übrigen deutschen Staaten diese Steuer. Diese lagen in einem für heutige Verhältnisse nahezu unglaublichen Bereich von 0,5 bis 4%. Ein für das gesamte deutsche Reich verbindliches Einkommenssteuerkonzept wurde erst 1920 eingeführt. Da der Finanzhunger in der gebeutelten Weimarer Republik enorm war, wurde der Spitzensteuersatz sogleich auf 60% angehoben. Die Nazis senkten den Steuersatz auf 50%. In der Bundesrepublik lag der Spitzensteuersatz in der Nachkriegszeit bei unrühmlichen 65% und sank über die Jahre kontinuierlich auf das historische Tief innerhalb der BRD auf 42%. Es gibt seit 2005 jedoch eine Reichensteuer, die bei 45% liegt. Formal ist sie von der Einkommenssteuer zu unterscheiden, de facto ist sie aber als der eigentliche Spitzensatz der Einkommenssteuer anzusehen.

Da die letzte große Steuerreform auf dem deutschen Staatsgebiet bezeichnenderweise in die Nazizeit zurückgehtist, ist es nicht verwunderlich, dass das deutsche Steuersystem von vielen als ungerecht, überzogen und ausbeuterisch kritisiert wird. Doch es geht durchaus noch schlimmer, was sich nicht nur an sozialistischen Unrechtsstaaten darlegen lässt, sondern auch schon an unseren europäischen Nachbarn.

Die Beatles und die englische Supersteuer

1966 veröffentlichten die Beatles ihren Song “Taxman”, um ihren Protest gegen die “”Supersteuer” von 95% zum Ausdruck zu bringen, die die Labour-Regierung unter Harold Wilson einführte. Tatsächlich standen die meisten Beatles der freien Marktwirtschaft immer sehr aufgeschlossen gegenüber. Der Hauptgrund für den Protest dürfte jedoch gewesen sein, dass das Einkommen der damaligen Superstars natürlich von dieser hohen Steuer betroffen gewesen ist. Bis auf John Lennon lebten die übrigen Beatles später übrigens auch in Steuerparadiesen. Der heutige Spitzensteuersatz des Vereinigten Königreichs liegt bei weniger als der Hälfte der damaligen Supersteuer, nämlich bei 45%.

Hollande, Depardieu und die Reichensteuer-Pleite

In den letzten Jahren hat der französische Präsident Francois Hollande Aufsehen mit seiner Reichensteuer gesorgt. Er trat mit dem Wahlversprechen an, eine Reichensteuer einzuführen. Als er die Wahl 2012 gewann, sollten Reiche ab einem jährlichen Einkommen von eine Millionen Euro in Frankreich eine 75%ige Einkommenssteuer bezahlen. Das ganze traf natürlich auf erbitterten Widerstand bei den Reichen, von denen Hollande einmal ganz offen sagte, dass er sie “nicht mag”. Hollandes Reformvorschlag wurde vom französischen Verfassungsgericht jedoch als verfassungswidrig abgewiesen. Prompt ließ dieser mit einer Mehrheit im Parlament die Verfassung ändern, sodass die Reichensteuer noch 2012 eingeführt wurde. Weltweites Aufsehen erregte Gerard Depardieus Protest, der erst nach Belgien zog und damit drohte, die französische Staatsbürgerschaft abzugeben, was nach französischem Gesetz jedoch nur möglich ist, wenn man zuvor eine andere Staatsbürgerschaft erworben hat. Prompt nutzte der russische Präsident Wladimir Putin diese Gelegenheit und bot ihm die russische Staatsbürgerschaft an, die Depardieu 2013 annahm. Seither hat Depardieu seinen Wohnsitz offiziell in Russland. Die Steuer war zwar sehr populär, doch vertrieb sie neben Depardieu noch viele andere Millionäre, Investoren und Arbeitgeber. Das Ende der Reichensteuer kam daher auch schon 2015 – die Einnahmen der Steuer trugen ohnehin nur marginal zum Staatsetat bei.

Top-Einkommenssteuern im europäischen Vergleich

Die Spitzensätze bei der Einkommenssteuer varriieren zum Teil dramatisch innerhalb von Europa. Während die Kleinstaaten Vatikan und Monaco bis heute keine Einkommenssteuer kennen, liegt Schweden mit satten 57% weit über dem europäischen Durchschnitt, der bei etwa 40% liegt. Nicht weit abgeschlagen von Schweden sind viele Kernstaaten der EU: Österreich (50,0%), Niederlande (52,0%), Belgien (53,8%), Dänemark (55,8%) und Portugal (56,8%).
Als echte Steuerparadiese können vor allem viele Staaten in Osteuropa gelten, insbesondere die Länder des Balkans konkurrieren miteinander um die günstigsten Einkommenssteuersätze in Europa: Montenegro (9,00%), Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien und Mazedonien (10%) sowie Serbien (15%), Ungarn und Rumänien (16%). Ziel dieser Steuerpolitik ist es offensichtlich, Investoren für die eigene Wirtschaft zu gewinnen, die noch lange nicht mit der Wirtschaft vieler westeuropäischer Industrienationen mithalten kann. Doch auch die Industrienation Russland lockt schon seit Jahren mit einer günstigen Einkommenssteuer, die derzeit bei 13% liegt.

Einkommenssteuerhöchstsätze in Europa

Vatikan -,–%
Monaco -,–%
Montenegro 9,00%
Kosovo 10,0%
Bosnien und Herzegowina 10,0%
Bulgarien 10,0%
Mazedonien 10,0%
Zypern im Rahmen des Non-Dom Status 0 – 12,5% effektive Steuerbelastung siehe http://www.steuern-ausland.com/einkommenssteuern-in-zypern/
Russland 13,0%
Weißrussland 13,0%
Serbien 15,0%
Litauen 15,0%
Ungarn 16,0%
Rumänien 16,0%
Moldawien 18,0%
Ukraine 20,0%
Isle of Man 20,0%
Estland 20,0%
Tschechische Republik 22,0%
Albanien 23,0%
Lettland 23,0%
Liechtenstein 24,0%
Slowakei 25,0%
Polen 32,0%
Malta 35,0%
Zypern 30 – 35,0% – Reduzierung der Einkommenssteuer im Rahmen von Non-Dom auf die Hälfte für 5 Jahre ab 100.000€ Einkommen pro Jahr
Türkei 35,0%
Norwegen 39,0%
Schweiz 40,0%
Euro Raum 42,1%
Luxemburg 43,6%
Vereinigtes Königreich 45,0%
Spanien 46,0%
Island 46,2%
Kroatien 47,2%
Deutschland 45,0%
Griechenland 48,0%
Irland 48,0%
Italien 48,9%
San Marino 50,0%
Österreich 50,0%
Slowenien 50,0%
Frankreich 50,3%
Finnland 51,6%
Niederlande 52,0%
Belgien 53,8%
Dänemark 55,8%
Portugal 56,5%
Schweden 57,0%

Stand: Dezember 2015

Zypern lockt mit sehr niedriger effektiver Besteuerung

Zypern ist für Unternehmer, im Rahmen der richtigen Gestaltung durch Non Dom und steuerfreie Dividenden für Selbsständige die TOP-Wahl in Europa.

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