Der Freiberufler und die Steuern im Ausland

Viele Freiberufler sind nicht nur für deutsche Firmen tätig sondern auch für Unternehmen, welche ihren Sitz im Ausland haben. Daneben können Freiberufler ebenso für Unternehmensberatungen tätig sein, welche sowohl im In- als auch im Ausland tätig sind. Solche Auslandsbezüge haben dann natürlich auch steuerrechtliche Auswirkungen auf den Freiberufler. Dies betrifft dabei besonders den Bereich der Umsatzsteuer.

Weltweite Gültigkeit des deutschen Steuerrechts

Obwohl die Umsatzsteuer grundsätzlich für Leistungen im Inland gilt, kann sie dennoch auch bei Auslandsbezügen gelten. Grund hierfür ist, dass das deutsche Steuerrecht das so genannte “Welteinkünfteprinzip” kennt und somit alle weltweiten Einkünfte eines deutschen Bürgers mit Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland einkommenssteuerpflichtig sind. Grundsätzlich unterliegen Lieferungen sowie sonstige Leistungen, welche ein Freiberufler im Inland gegen ein Entgelt ausführt der Umsatzsteuer. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch mehrere Ausnahmen.

Tätigkeiten im Ausland

Häufig kommt es vor, das der Auftraggeber eines Freiberuflers seinen Sitz im Ausland hat und der Freiberufler deshalb auch dort tätig ist. Hierbei besteht keine Umsatzsteuerpflicht in Deutschland. Ist der Freiberufler im Inland für ein ausländisches Unternehmen tätig, so fällt auch hier keine Umsatzsteuerpflicht in Deutschland an. Jedoch muss der Freiberufler hierbei seine Leistungen nicht für das Unternehmen im Inland erbringen sondern für eine Unternehmensberatung im Ausland. Hier kann es jedoch dazu kommen, dass das Finanzamt Zweifel daran hat und die sonst bestehende Umatzsteuerfreiheit nicht anerkennt.

Senkung laufender Steuerbelastungen

Grenzüberschreitende Strategien können zu einer dominanten Senkung der laufenden Steuerbelastung für Freiberufler führen. Dabei hängen die möglichen Strategien von der Art der freiberuflichen Tätigkeit ab. Bei Unternehmensberatern und anderen Dienstleistern sind zum Beispiel wesentliche Leistungsanteile nicht unbedingt “ortsgebunden” so wie dies bei einem Arzt oder Anwalt der Fall ist. So erlaubt die EU-Niederlassungsfreiheit durch die Gründung von EU-Auslandsgesellschaften sogar die Ausnutzung des Steuergefälles. Steuerliche Sachverhalte werden privilegiert, wenn der steuerpflichtige Freiberufler der beschränkten oder unbeschränkten Steuerpflicht innerhalb der EU unterliegt und die Firmengründung in der EU vorgenommen wird. Zu den Niedrigsteuerländern innerhalb der EU zählen Bulgarien, Ungarn, Gibraltar, Malta, die Slowakei und Tschechien, Lettland, Irland und Zypern.

Wohnsitzprinzip in Zypern

Für die Besteuerung in Zypern gilt das Wohnsitzprinzip. Als in Zypern wohnhaft gilt jeder, der sich mindestens 183 Tage jährlich dort aufhält. Dabei umfasst die Einkommenssteuer alle Einkünfte der jeweiligen Person und es kommt dabei nicht darauf an, ob diese innerhalb Zyperns oder im Ausland eingenommen wurden. Abhängig von dem zu versteuerten Einkommen liegt der Steuerprozentsatz zwischen 0 und 30 Prozent. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Steuerrecht etliche Befreiungen vor.

Non-Dom in Zypern

Mitte des letzten Jahres wurde das Non-Dom-System in Zypern eingeführt. Dieses System stellt gewaltige Vorteile dar, denn das angepasste Non-Dom-System von Zypern stellt kein klassisches Non-Dom-System dar. Aus ökonomischer Sicht ist das System auf Zypern viel geschickter gestaltet. So kennt Zypern keine prinzipielle steuerliche Freiheit auf Auslandseinkommen. Auf diese Weise ist es beim Non-Dom-System in Zypern ganz unerheblich, ob Einkommen aus dem Ausland nach Zypern überwiesen wird. Doch Zypern stellt einige Formen von ausländischem Einkommen vollkommen steuerfrei.

Ablauf des Non-Dom Systems auf Zypern

Der Ablauf des Non-Dom-Systems gestaltet sich so, das für 17 Jahre nach der Einwanderung in das Land alle Dividenden sowie alle Zinserträge sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland steuerfrei sind. Nach dieser Zeit gilt man als eingebürgert. Den Non-Domiciled-Status kann man erst dann wieder erreichen, wenn man das Land 3 Jahre wieder verlassen hat.
Neben der steuerlichen Freiheit auf Zinsen und Dividende kennt Zypern auch kein Außensteuergesetz. So ist das Führen von Auslandsunternehmen unkompliziert möglich.

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